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Cannabis-Verordnung und Antragsstellung

Wie läuft die Antragstellung bei meiner Krankenkasse ab?


eine Genehmigung seitens der Krankenkasse ist nur bei Erstverordnung notwendig

es ist gesetzlich geregelt, dass Krankenkassen die Kostenübernahme nur in begründeten Einzelfällen ablehnen dürfen

Antrag kann formlos erfolgen

um die Erfolgschancen zu steigern, sollte eine Stellungnahme des behandelnden Arztes beigefügt werden

Krankenkasse muss innerhalb von 3 Wochen über die Kostenübernahme entscheiden
» Achtung: am besten noch kein Rezept vom Arzt ausstellen lassen, bis die Kostenübernahme geregelt ist
» Cannabis muss auf einem Betäubungsmittel-Rezept verordnet werden und diese Rezepte sind nur 7 Tage nach Ausstellung gültig

bestellt die Krankenkasse einen Gutachter (z.B. über den Medizinischen Dienst der Krankenkassen MDK) verlängert sich die Frist auf 5 Wochen

im Zuge der Behandlung von sterbenden Patienten (Palliativversorgung) muss die Krankenkasse innerhalb von 3 Tagen entscheiden

sollte die Krankenkasse die Kostenübernahme ablehnen, die Therapie sollte aber schnell begonnen werden, kann der Arzt ein Privatrezept ausstellen und der Patient trägt die Kosten selbst
CannaMedizin Patientenseminar

Was ist die „Begleiterhebung“, an der der Arzt teilnehmen muss, wenn er Cannabis verordnet?


die Bundesregierung beziehungsweise die entsprechenden Behörden (Bundesministerium für Gesundheit [BMG] und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte [BfArM]) werten die durchgeführten Therapien mit cannabishaltigen Arzneimitteln aus.

Auswertung erfolgt anonym.

der Arzt ist verpflichtet an dieser Begleiterhebung teilzunehmen.

die Dauer der Begleiterhebung ist auf 5 Jahre nach Inkrafttreten des Cannabisgesetzes (Mai 2017) beschränkt.
» es folgt eine Entscheidung, ob cannabishaltige Arzneimittel grundsätzlich in den Leistungskatalog der Krankenkasse aufgenommen werden sollen.

der Arzt muss den Patienten davon in Kenntnis setzen, dass bestimmte Daten anonymisiert an die entsprechende Behörde übermittelt werden.

rechtliche Grundlage dieser Datenübermittlung ist die sogenannte
Cannabis-Begleiterhebungsverordnung“.

es müssen die folgenden Daten übermittelt werden:
» Alter/Geschlecht des Patienten
» Krankheit, die mit Cannabis therapiert werden soll und alle weiteren Krankheiten.
– Angaben zum bisherigen Krankheitsverlauf (Dauer/Anzeichen)
– auch Angaben zu allen anderen eingenommenen Medikamenten
» Angaben zu vorherigen Therapien (auch warum diese beendet wurden)
» Fachrichtung des Arztes
» Angaben, ob der Patient früher eine Sondererlaubnis zur Therapie mit Cannabis hatte (und diese benutzt hat)
» genaue Bezeichnung der verordneten Cannabistherapie
» Dosierungsangaben und Art Anwendung
» Auswirkung der cannabishaltigen Arzneimittel auf den Krankheitsverlauf
» Angaben zu Nebenwirkungen, die unter der Cannabistherapie aufgetreten sind
» (nur gegebenenfalls) Angaben dazu, warum die Therapie mit Cannabis beendet wurde
» Angaben dazu, ob sich die Lebensqualität des Patienten verbessert hat

auch wichtig zu wissen: jeder Arzt kann automatisch an dieser Begleiterhebung teilnehmen (es muss keine Registrierung erfolgen)