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Historie von Cannabis als medizinischem Therapeutikum

Seit wann wird Cannabis in der Medizin genutzt?

Neben dem oftmals stereotypisch vorhandenem Verständnis von Cannabis als leichtzugängliches Rauschmittel, gibt es auch eine Jahrhunderte bis Jahrtausende andauernde Geschichte als Heilmittel.

Historie

erste Erwähnung der Pflanze Cannabis gehen bis zu 6.000 Jahre ins alte Asien zurück.
» etwa 3.000 v. Chr. Erwähnung in einem alten asiatischen Arzneibuch.

Verbreitung erfolgte über Westasien, über Europa, nach Amerika (etwa 16. Jhd.).
» Nutzung vorwiegend als Rohstoff zur Textilherstellung.
» medizinische Anwendung bereits bekannt.

Nutzung im Mittelalter vorwiegend zur Herstellung belastbarer Kleidung/Tauwerks.
» auch medizinische Anwendungen bekannt (in Anlehnung an alte römische Rezepte).
» Anwendung bei diversen Schmerzen und Geschwüren.
» keine große Bedeutung in der Heilkunst.

unterschiedliche Auffassungen zum Beginn des Konsums als Rauschmittel.
» im Zeitraum der Kreuzfahrer (11. bis 13. Jhd.).
» ab Mitte des 19. Jhd. im Süden der USA („Club der Hachichins“).
» im Laufe des 20. Jhd. (vorwiegend zweite Hälfte) weltweite Verbreitung als Rauschmittel.

Erkenntnisse von zwei Medizinern aus Afrika und Asien über Cannabis als Medizin kamen in der Neuzeit nach Europa.
» bereits 1851 wurde Cannabis in das Amerikanische Arzneibuch aufgenommen. (Behandlung beispielsweise von Nervenschmerzen, Rheuma, Depression).
» Ende des 19. Jhd. ebenfalls wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Thema in Deutschland/Europa; Hanf wurde zu dieser Zeit der Apothekenpflicht unterstellt.

Anfang des 20. Jhd. gab es zahlreiche Innovationen auf dem Arzneimittelmarkt und der negative Ruf von Cannabis stieg; Verdrängung als Medizinaldroge.
» Höhepunkt in den 30er-Jahren; Veröffentlichung von Studien in Amerika, die ein schlechtes Licht auf Cannabis warfen.
» es wurden Gegenstudien erstellt.

40er-Jahre: Isolation und Nachweis von THC; Strukturaufklärung in den 60ern.

Heute

› Akzeptanz von Cannabis als Medizin nimmt zu; Verbotspolitik ist gescheitert.

› Ende 1999 hatten mehrere Patienten Erfolg mit einer Verfassungsklage, was der Startschuss für die Verwendung von Cannabis als Medizin in Deutschland darstellt.
» ab sofort Beantragung einer Sondererlaubnis bei der Bundesopiumstelle (BOPST) möglich.
» es folgten Rechtstreitigkeiten bzgl. nicht erteilter Sondererlaubnisse.

› Einführung eines komplizierten Verfahrens, damit ein Patient über eine Apotheke das damals noch in Anlage I des BtMG gelisteten BtMs beziehen konnte; Patient und Apotheke brauchten Sondererlaubnis.
» Selbstversuch unter Begleitung eines Arztes; Gutachten zur Sinnhaftigkeit notwendig.
» in Deutschland besaßen rund 1.000 Personen solch eine Sondererlaubnis.

› Problem: Kosten für die Beschaffung von Cannabisblüten; Wunsch des Selbstanbaus kam auf – erneuter Rechtsstreit.
» Prozess wurde 2005 pro Selbstanbau beendet; BfArM beklagt schwankende Qualität beim Selbstanbau und schwanken Gehälter an Tetrahydrocannabinol THC/Cannabidiol CBD.

› nach weiteren Beratschlagung sämtlicher gesetzgebenden Organe in Deutschland, um die Situation der Patienten zu verbessern und den Selbstanbau unnötig zu machen, wurde das sogenannte
Cannabisgesetz im Bundestag verabschiedet.

› Gesetz trat am 10. März 2017 in Kraft

› Änderung von
SGB V (Anspruch auf Versorgung mit cannabishaltigen Arzneimitteln bei schwerwiegender Erkrankung) und BtMG (Eingruppierung der Cannabisblüten in Anlage III als verkehrsfähige und verschreibungsfähige Betäubungsmittel).