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Dosierung und Zubereitung von Cannabis

Wie werden cannabishaltige Arzneimittel dosiert?


› die Dosierung wird vom Arzt festgelegt.

› oftmals wird allerdings mit dem Patienten vereinbart, dass er mit einer geringen Dosis anfängt und sich langsam steigert (entweder mehr verwendet oder öfter anwendet) bis sich die gewünschte Wirkung einstellt.

» jeder Patient kann anders auf die gleiche Menge Cannabis reagieren, daher für jeden Patienten eine eigene Anpassung notwendig.


Was muss ich bei der Zubereitung von Cannabis-Tee beachten?


› um die enthaltenen Wirkstoffe vollständig zu aktivieren muss ein Cannabistee lange und bei hohen Temperaturen (etwa 100 °C) ziehen.

› dem Tee sollte ein kleiner Teil einer fettigen Flüssigkeit (z.B. Sahne oder Öl) zugesetzt werden, damit sich alle Inhaltsstoffe aus den Blüten lösen lassen.

› der Tee kann warm oder abgekühlt getrunken werden.

› Süßen des Tees mit Zucker ist kein Problem.


Wie wende ich Cannabisblüten an?


› Cannabisblüten können zu einem Cannabistee zubereitet werden

» Blüten können allerdings auch in einem Speiseöl (wie Rapsöl) gekocht werden

› weiterhin können Cannabisblüten in einem Vaporisator verdampft werden

› grundsätzlich sind auch andere Zubereitungen (z.B. Einarbeitung in andere Speisen oder Rauchen einer Cannabiszigarette („Joint“)) denkbar, sollten allerdings kritisch hinterfragt werden.

» keine gute Kontrolle über die tatsächlich aufgenommene Dosis.

» Einstellungsphase kann sich sehr schwierig gestalten und Dosis kann nicht gut konstant gehalten werden.

» einer Cannabiszigarette wird üblicherweise Zigarettentabak zugesetzt, welcher schädliche Begleitstoffe aufweist.


Wie wende ich Cannabis an, welches zur Verdampfung verschrieben wurde?


› grundsätzlich sind in Deutschland zwei verschiedene Vaporisatoren der Firma Storz & Bickel GmbH verfügbar; eine stationäre (Volcano Medic®) und eine portable Variante (Mighty Medic®).

› es können zerkleinerte Cannabisblüten (beide Vaporisatoren) oder alkoholische Cannabisextrakte mithilfe eines Tropfenkissens (nur im Mighty Magic® prinzipiell möglich, wird momentan allerdings nicht durchgeführt) verdampft werden.

» in Deutschland eher die Verdampfung von zerkleinerten Blüten vorherrschend.

› zerkleinerte Cannabisblüten werden in eine Kammer gegeben, welche mit dem Vaporisator verbunden wird – weiteres Vorgehen je nach Art des Vaporisators.

› Volcano Medic®: Erhitzung auf etwa 180 °C (bis zu 210 °C) und Befüllung eines Ballons mit den Dämpfen; nach Befüllung des Ballons kann der abgekühlte Dampf mit einem Mundstück inhaliert werden (sollte binnen weniger Minuten stattfinden).

› Mighty Medic®: aktuell nur Verdampfung von zerkleinerten Blüten, da die benötigten Tropfenkissen für die Verwendung von alkoholischen Extrakten nicht zur Verfügung stehen.

» hier werden geringe Mengen Blüten in Dosierkapseln (Lieferumfang) eingefüllt.

» Anwendung unterwegs möglich keine Verwendung eines Ballons, Patient muss Dämpfe mit eigener Kraft inhalieren, indem Luft durch den Vaporisator gezogen wird.

» Dampf wird vor Inhalation gekühlt, da er vorher zwischen 180 °C und 210 °C heiß ist.

› treten starke Hustenanfälle auf, sollte die Dosis verringert werden.

› einfache Einstellung der individuellen Dosis, da die Wirkung nach Inhalation sehr schnell eintritt.


Wie wende ich flüssige Cannabisextrakte an?


› nur ölige Extrakte sind zur Einnahme bestimmt (!).

› die Tropfen sollten nicht in wässrige Getränke eingerührt werden, da die Inhaltsstoffe fettige Umgebung bevorzugen.

› Einnahme direkt als Öl (zum Beispiel per Dosierlöffeln.

» Öl kann auch auf andere aufsaugende Lebensmittel gegeben werden.

› sollte der Cannabisextrakt im Kühlschrank aufbewahrt werden (Lagerungshinweise der Apotheke beachten, da Lagerung im Kühlschrank meist nicht nötig ist) muss er vor Anwendung auf Raumtemperatur gebracht werden.

» die Temperatur beeinflusst wie zähflüssig der Extrakt ist, was bei zu kalten Extrakten dazu führen kann, dass sie schwieriger zu dosieren sind.


Was muss ich bei der Anwendung von THC-haltigen (Dronabinol) Kapseln beachten?


› Dronabinol-Kapseln werden meist von der Apotheke individuell hergestellt.

› die Lagerung erfolgt in der Regel bei Raumtemperatur.

› die Einnahme der Kapseln erfolgt exakt nach Anweisung des Arztes.