SIDE

Search here:

Indikationen und Anwendungsbereiche von Medizinalcannabis

Bei welchen Erkrankungen kann Cannabis eingesetzt werden?


Es wurden zu folgenden Indikationen bzw. Anwendungsbereichen von Medizinischem Cannabis größere und qualitative höherwertige Studien durchgeführt:

› andauernde (chronische) Schmerzen, auch neuropathische Schmerzen.

» neuropathische Schmerzen lassen sich in der Regel nicht auf eine bestimmte Verletzung zurückführen.

» Übelkeit durch eine Behandlung mit starken Krebsmedikamenten (Zytostatika).

» Appetitlosigkeit bei Krebs- oder AIDS-/HIV-Patienten.

» Multiple Sklerose

› Denkbar ist die Anwendung auch bei einigen anderen Krankheiten – es wurden zum Teil kleine Studien durchgeführt:

» Morbus Crohn (chronische entzündliche Darmerkrankung)

» Reizdarm, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)

» Morbus Parkinson

» Tourette-Syndrom

Wie wird Medizinal-Cannabis angewendet?


› Art der Anwendung wird zwischen Arzt und Patient geregelt.

› möglich ist die Einnahme der relevanten Wirkstoffe als Kapsel (werden meist durch eine Apotheke auf Anforderung hergestellt) oder als flüssiger Extrakt.

› aus Cannabisblüten kann ein Tee gekocht werden.

› rauchen der Cannabisblüten ist möglich, sollte allerdings nicht als Cannabiszigarette („Joint“) erfolgen, da die Dosierung so nur schwer kontrolliert werden kann.

» gesetzlich allerdings kein Problem.

› Cannabisblüten oder gewonnene Extrakte können in entsprechenden Geräten verdampft werden und die gewonnenen Dämpfe eingeatmet werden.

Habe ich Anspruch auf Versorgung mit cannabishaltigen Arzneimitteln?


Wann ein Patient Anspruch auf Versorgung mit cannabishaltigen Arzneimitteln hat, ist im 5. Sozialgesetzbuch (SGB V) in Paragraph § 31 Absatz (6) geregelt.

› eine anerkannte Behandlungsmethode der Krankheit des Patienten darf nicht verfügbar sein.

› Arzt muss entscheiden, dass die Standard-Behandlungsmethode nicht angewendet werden kann (beispielsweise durch Abwägung von Nebenwirkungen und potentiellem Therapieerfolg).

› es muss eine fachlich realistische Möglichkeit der Besserung der Krankheit oder Krankheitszeichen geben (Einschätzung des Arztes).

› sind alle Punkte erfüllt, besteht grundsätzlich ein Anspruch auf die Versorgung mit cannabishaltigen Arzneimitteln (und der Kostenübernahme durch die Krankenkasse).

› nächster Schritt ist Abklärung der Kostenübernahme durch die Krankenkasse.